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VERPACKUNG BESSER MACHEN: 7 DENKFEHLER, DIE MARKEN UNNÖTIG TEUER KOMMEN – UND WIE DU SIE VERMEIDEST

VERPACKUNG WAR FRÜHER NEBENSACHE. BALD KANN SIE DICH DEN MARKTZUGANG KOSTEN. 

Ob wegen unzulässiger Claims, nicht recyclingfähigem Material oder fehlender Funktion: Die Liste der Denkfehler ist lang – und teuer. Und das Risiko steigt. Denn mit neuen Regelungen wie der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) Empowering Consumers Directive (EmpCo) und der Green Claims Regulation macht die EU klar: Verpackungen müssen kreislauffähig werden und wer Verpackung pauschal als „nachhaltig“ verkauft, ohne den Nachweis zu erbringen, riskiert rechtliche Konsequenzen. 

Gleichzeitig erwarten Kund:innen, Handelspartner und Prüfstellen belastbare Angaben zu Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit oder CO₂-Bilanz – nicht nur Marketingversprechen. 

Viele Marken stehen dadurch unter Druck. Sie wollen zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen – und landen dabei oft unbeabsichtigt im Greenwashing oder bei technisch unausgereiften Lösungen. 

In diesem Beitrag zeigen wir dir 7 Denkfehler, die wir in Verpackungsprojekten regelmäßig sehen – und wie du sie vermeidest. Damit deine Verpackung nicht nur gut aussieht, sondern auch rechtlich, funktional und wirtschaftlich trägt. 

FEHLER #1: VERPACKUNG ALS REINE MARKETINGMASSNAHME BEHANDEL 

In vielen Unternehmen ist die Verpackungssprache Aufgabe der Kommunikation – während technische Anforderungen, regulatorische Rahmenbedingungen oder Recyclingfähigkeit oft nur am Rand betrachtet werden. Das führt zu Verpackungen, die entweder nicht funktionieren, nicht zulässig oder schlicht nicht glaubwürdig sind. 

Ein häufiger Fall: Marketing entscheidet sich für ein Packdesign mit bestimmten Symbolen oder Begriffen („umweltfreundlich“, „grün“, „klimaneutral“), ohne mit QS oder Rechtsabteilung Rücksprache zu halten. Im besten Fall bleibt es bei einem Schönheitsfehler. Im schlimmsten Fall wird ein Produkt ausgelistet, weil die Verpackung nicht den Anforderungen des Handels oder der Gesetzgebung entspricht. 

Verpackung muss daher als Teamthema verstanden werden. Einkauf, Produktentwicklung, Qualitätssicherung, Rechtsabteilung und Marketing sollten gemeinsam daran arbeiten. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Verpackung am Ende sowohl funktional als auch kommunizierbar ist – und gleichzeitig keine juristische Angriffsfläche bietet. 

Bei GRUBER erleben wir oft, dass wir als „Übersetzer“ agieren: Wir helfen, technische Anforderungen, rechtliche Rahmenbedingungen und Markenbotschaften so zusammenzubringen, dass alle Seiten gehört werden – und eine Lösung entsteht, die auf allen Ebenen trägt. 

Und nicht zuletzt: Die Trennung von technischer Entwicklung und Kommunikation führt oft zu Verzögerungen im Prozess. Je später Korrekturen erfolgen müssen, desto teurer werden sie – in Form von Neudruck, Neuprüfung oder sogar Rückruf. Wer frühzeitig interdisziplinär denkt, spart also nicht nur Nerven, sondern bares Geld. 

FEHLER #2: UMWELTANSPRÜCHE OHNE BELASTBAREN NACHWEIS KOMMUNIZIEREN 

Viele Verpackungsaussagen klingen auf den ersten Blick positiv – sind es aber rechtlich nicht. Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ suggerieren einen allgemeinen Umweltnutzen, der ab 2026 nicht mehr zulässig ist, sofern er nicht konkret nachgewiesen werden kann. 

Stell dir vor, du bewirbst deine Verpackung als „klimaneutral“ – ohne einen nachvollziehbaren CO₂-Fußabdruck, ohne klare Berechnungsmethodik und ohne nachgewiesene Reduktionsmaßnahmen. Nach der EmpCo-Richtlinie wäre das ein Verstoß, selbst wenn du Emissionen über Kompensation ausgeglichen hast. 

Was erlaubt bleibt, sind spezifische, belegbare Aussagen wie: 
„Der Kunststoffanteil wurde um 18 % reduziert gegenüber dem Vorgängermodell (berechnet nach ISO 14040).“ 

Fehlen dir belastbare Daten? Dann ist es besser, neutral zu formulieren – zum Beispiel: 
„Die Verpackung ist robust und für eine längere Nutzung konstruiert.“ 

Wichtig: Selbst gut gemeinte Aussagen können zum juristischen Risiko werden, wenn sie vage oder zu allgemein sind. In solchen Fällen hilft es, Claims frühzeitig prüfen zu lassen – z. B. durch eigene Nachweise oder in Zusammenarbeit mit einem externen Partner. 

Was viele nicht bedenken: Auch freiwillige Label oder Icons können problematisch sein, wenn sie den Anschein eines offiziellen Umweltzeichens erwecken. Die EmpCo verbietet jede Form der Irreführung – dazu gehören auch grafische Elemente, die wie Siegel aussehen, es aber nicht sind. 

Deshalb lohnt es sich, nicht nur Inhalte, sondern auch Gestaltungselemente zu prüfen. Und im Zweifel lieber auf belegbare Zahlen zu setzen als auf pauschale Werbeaussagen. 

FEHLER #3: RECYCLINGANTEILE NUR VAGE ODER GAR NICHT BENENNEN 

Recyclinganteile sind ein wichtiger Hebel – sowohl aus Sicht der Ressourcenschonung als auch für das Markenimage. Doch viele Unternehmen bleiben unkonkret. Aussagen wie „enthält Recyclingmaterial“ sind zu allgemein, um Vertrauen zu schaffen – und können irreführend sein. 

Worauf es ankommt: 

  • Wie hoch ist der Anteil an Recyclingmaterial? 
  • Handelt es sich um Post-Consumer- oder Pre-Consumer-Rezyklat? 
  • Gibt es eine zertifizierte Quelle oder belastbare interne Daten? 

Ein Beispiel für eine klare Aussage: 
„Die Verpackung besteht zu 45 % aus zertifiziertem Post-Consumer-Rezyklat (EuCertPlast).“ 

Diese Transparenz ist nicht nur rechtlich sicherer – sie zahlt auch auf dein Markenvertrauen ein. Immer mehr Händler und Endkund:innen achten darauf, wie glaubwürdig Umweltangaben sind. Und auch Prüforganisationen und Mitbewerber schauen heute genauer hin. 

Dabei spielt auch die Unterscheidung zwischen mechanischem und chemischem Recycling eine Rolle: Beide Verfahren haben unterschiedliche Anforderungen und Akzeptanzgrade – auch das muss klar ausgewiesen werden, wenn du damit wirbst. 

Und nicht zuletzt: Auch der Kontext zählt. Ein hoher Recyclinganteil nützt wenig, wenn das Endprodukt am Ende nicht wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Deshalb gehört zur Recycling-Kommunikation auch immer eine Aussage über die Rezyklierbarkeit der Verpackung selbst. 

FEHLER #4: FUNKTION ÜBER UMWELTWIRKUNG STELLEN – ODER UMGEKEHRT DEN EINKAUF FLEXIBLER VERPACKUNGEN – UND WAS SIE BEDEUTEN 

Reduktion ist gut – aber nur, wenn die Verpackung ihre zentrale Funktion erfüllt: den Schutz des Produkts. Wer nur auf Materialeinsparung setzt und dabei Haltbarkeit oder Produktsicherheit gefährdet, spart am falschen Ende. 

Andersherum gilt: Wer Verpackungen überdimensioniert, erzeugt unnötige Kosten und Ressourcenverbrauch. Die Kunst liegt in der Balance: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. 

Ein Beispiel: Ein Folienbeutel wird auf eine dünnere Materialstärke umgestellt – aber beim Versand reißt er regelmäßig. Die Folge: beschädigte Ware, Rückläufer, Kundenunzufriedenheit. Das ist nicht nur teurer – es konterkariert auch den Umweltgedanken. 

Viele Marken unterschätzen, wie stark sich Verpackung direkt auf die Produktwahrnehmung auswirkt. Wenn Verpackung als billig empfunden wird – etwa weil sie instabil oder schwer zu öffnen ist – leidet das Vertrauen in die gesamte Marke. 

Eine funktionsfähige Verpackung bedeutet nicht automatisch, dass sie verschwenderisch sein muss. In der Praxis lassen sich durch geschickte Materialwahl, angepasste Packformate oder funktionale Features wie Wiederverschlüsse sowohl Material einsparen als auch der Produktschutz verbessern. 

FEHLER #5: KEINE RÜCKNAHMESTRATEGIE ODER RECYCLINGFÄHIGKEIT MITGEPLANT 

Verpackung endet nicht am Regal. Entscheidend ist, was nach der Nutzung passiert. Wer Materialien oder Konstruktionen einsetzt, die im aktuellen System nicht erkannt oder verwertet werden, schafft ein Entsorgungsproblem – das schnell auf die Marke zurückfällt. 

Typische Schwachstellen: 

  • Verbundmaterialien, die sich nicht trennen lassen 
  • dunkle Kunststoffe, die nicht sortierbar sind 
  • fehlende Hinweise zur Entsorgung 

Viele Unternehmen investieren in gutes Design, lassen aber die Rückführbarkeit außer Acht. Dabei ist es heute technisch möglich – und wirtschaftlich sinnvoll – Verpackungen so zu gestalten, dass sie im dualen System oder anderen Recyclingwegen effizient verwertet werden können. 

Recyclingfähigkeit ist kein Zufallsprodukt, sondern planbar. Dafür braucht es klare Standards (z. B. DIN EN 13430), abgestimmte Materialwahl und idealerweise unabhängige Prüfungen. Eine bloße Aussage wie „recyclefähig“ reicht nicht – sie muss mit einem konkreten Nachweis unterfüttert sein. 

FEHLER #6: MATERIALEINSPARUNG OHNE STRATEGIE 

Weniger ist nicht immer besser – vor allem dann nicht, wenn der Weg zur Reduktion nicht nachvollziehbar oder technisch riskant ist. Oft werden Verpackungen abgespeckt, ohne dass klar ist, ob sie dann noch funktionieren. 

Oder es wird auf Material verzichtet, das eigentlich für die Barrierewirkung oder Stabilität gebraucht wird – mit der Folge: Reklamationen, Produktschäden oder Imageverlust. 

Sinnvoll ist Materialeinsparung nur, wenn sie: 

  • funktional abgesichert ist (durch Tests) 
  • messbar kommuniziert werden kann (z. B. in Prozentangaben) 
  • rechtlich zulässig bleibt (keine pauschalen Umweltaussagen) 

Zudem muss klar sein, wo die Einsparung stattfindet: Ist es das Packmittel selbst? Der Umkarton? Die Innenlage? Und was bedeutet das in Summe – grammgenau, volumenbezogen oder über den CO₂-Footprint? 

FEHLER #7: REGULATORISCHE ENTWICKLUNGEN IGNORIEREN 

Die Zeiten, in denen Verpackung allein gestalterisch oder preislich entschieden wurde, sind vorbei. Heute beeinflussen rechtliche Rahmenbedingungen wie die EmpCo-Richtlinie oder die Green Claims Regulation maßgeblich, was du sagen darfst – und was nicht. 

Wer neue Verpackungen ohne rechtliche Prüfung auf den Markt bringt, läuft Gefahr: von Mitbewerbern abgemahnt zu werden, durch Händler ausgelistet zu werden oder durch Behörden aufgefordert zu werden, Claims zu entfernen oder Verpackungen zurückzuziehen. 

Deshalb ist es wichtig, regelmäßig einen Abgleich zwischen Verpackungslösung und aktueller Rechtslage zu machen – und das nicht nur punktuell, sondern systematisch. Idealerweise über interne Compliance-Prozesse, unterstützt durch externe Partner mit rechtlichem und technischem Know-how. 

Rechtssicherheit ist kein nice-to-have mehr – sie ist Voraussetzung für Marktfähigkeit. Wer frühzeitig prüft, spart sich teure Rückrunden und schützt seine Marke vor Schaden. 

FAZIT: VERPACKUNG GANZHEITLICH DENKEN – STATT TEUER NACHBESSERN 

Die größten Fehler bei Verpackung entstehen, wenn einzelne Aspekte isoliert betrachtet werden. Verpackung ist heute ein komplexes Zusammenspiel aus Funktion, Material, Kommunikation und Recht. Wer das versteht, kann nicht nur Risiken minimieren – sondern auch echte Differenzierung erreichen. 

Was du mitnehmen solltest: 

  1. Entscheide interdisziplinär: Kommunikation, Technik und Recht müssen zusammenarbeiten. 
  2. Mach nur Aussagen, die du nachvollziehbar belegen kannst – das schützt dich und deine Marke. 
  3. Prüfe die Funktion, bevor du reduzierst – sonst wird Sparen schnell teuer. 
  4. Denk über das Ende hinaus: Rezyklierbarkeit und Entsorgung gehören zur Verpackung dazu. 
  5. Bleib rechtlich auf Stand – oder arbeite mit Partnern, die dich dabei unterstützen. 

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