WAS EINKÄUFER JETZT WISSEN MÜSSEN: FLEXIBLE VERPACKUNGEN IM UMBRUCH
Wer heute flexible Verpackungen beschafft, entscheidet mit über den Marktzugang von morgen. Denn bis 2030 greift in Europa ein neues Verpackungssystem – gesetzlich, technisch und wirtschaftlich. Und die Umstellung beginnt nicht irgendwann, sondern jetzt.
Der Auslöser: die EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Sie wird ab 2026 gültig und schreibt vor, dass alle Verpackungen bis 2030 recyclingfähig sein müssen – nachweislich, nicht theoretisch. Verpackungen, die nicht sortier- und verwertbar sind, dürfen für viele Anwendungen dann nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Und damit nicht genug: Auch Rezyklatquoten werden Pflicht, ebenso wie die Reduktion von Luft und Leerraum bei Versandverpackungen.
Hinzu kommt: Was bisher über nationale Richtlinien lief, wird jetzt EU-weit einheitlich geregelt. Die PPWR ist eine Verordnung – sie gilt direkt in allen Mitgliedstaaten, ohne Interpretationsspielräume. Und sie setzt auf messbare Kriterien: Recyclingklassen, Materialtransparenz, digitale Nachweisbarkeit.
WAS SICH FÜR DEN EINKAUF JETZT VERÄNDERT
Die Anforderungen betreffen nicht nur Hersteller, sondern direkt die Beschaffung: Verpackungslösungen, die heute noch gängig sind – etwa mehrlagige PET/Alu-Verbunde oder PA/PE-Folien ohne Recyclingklasse – werden in wenigen Jahren nicht mehr zulässig sein. Wer weiterbeschaffen will, muss wissen:
- Welche Verpackungen auch 2030 noch eingesetzt werden dürfen
- Welche Nachweise bei der Ausschreibung gefordert sind
- Welche Daten und digitalen Informationen mitgeliefert werden müssen
- Welche Materialien verfügbar, bezahlbar und regelkonform sind
Auch technologisch verändert sich das Spielfeld: digitale Wasserzeichen (HolyGrail 2.0), der Digitale Produktpass (DPP) und neue Sortiertechniken ermöglichen erstmals eine sortenreine Rückführung von Materialien. Doch sie verlangen auch, dass Verpackungen digital lesbar, eindeutig zuordnungsfähig und kompatibel mit den neuen Systemen sind.
7 TRENDS FÜR DEN EINKAUF FLEXIBLER VERPACKUNGEN – UND WAS SIE BEDEUTEN
Die regulatorischen Vorgaben, der Materialwandel und die Digitalisierung führen zu sieben klaren Trends, die den Einkauf flexibler Verpackungen bis 2030 prägen werden:
1. VON MULTIMATERIAL ZU MONOMATERIAL
Die Recyclingfähigkeit steht künftig über allem – und sie ist mit komplexen Verbundstrukturen kaum zu erreichen. Deshalb steigt der Marktanteil von PE- und PP-basierten Monomaterialien deutlich. Durch Technologien wie MDO (Machine Direction Orientation) und ultradünne Barrierelacke werden diese Materialien auch für anspruchsvolle Anwendungen (z. B. Standbodenbeutel, Food-Contact-Verpackungen) einsetzbar.
Was das für den Einkauf bedeutet:
Frühzeitig umstellen, Lieferanten nach DfR-Konformität (Design for Recycling) bewerten und technische Freigaben für Monomaterialien sichern – bevor die Umstellung unter Zeitdruck erfolgt.
Wie GRUBER das löst:
GRUBER bietet bereits Alternativen zu klassischen Multimaterial-Verbunden an – als PE- und PP-Monomaterialien mit Rezyklatanteil. Ab 2026 stehen drei neue PPWR-konforme Varianten zur Verfügung: H125A (ohne Barriere), H130R (mittlere Barriere) und H125R (hohe Barriere). Alle drei enthalten Rezyklat.
2. PAPIER ERSETZT FOLIE – WO ES TECHNISCH MÖGLICH IST
Papiere mit funktionellen Beschichtungen (z. B. fettbeständig, heißsiegelfähig) erobern immer mehr Marktsegmente. Besonders bei trockenen Füllgütern, Backwaren oder Fast-Food-Verpackungen bieten sie eine recyclingfähige Alternative zu Kunststoff – sofern sie im Altpapierstrom verwertbar sind.
Was das für den Einkauf bedeutet:
Papierlösungen prüfen – aber auch auf deren Recyclingfähigkeit achten (z. B. Dispersionsbeschichtung statt PE-Coating). Nicht jedes „Papier“ ist automatisch kreislauffähig.
Wie GRUBER das löst:
GRUBER bietet lackierte Papierlösungen an, die für die Entsorgung über den Altpapierstrom geeignet sind.

3. REZYKLAT WIRD ZUR NEUEN WÄHRUNG
Die PPWR schreibt verbindliche Rezyklatquoten vor – etwa 30 % für Verpackungen mit PET als Hauptbestandteil, 10 % für andere Kunststoffe im Lebensmittelbereich. Doch lebensmitteltaugliches PCR-Material ist knapp. Wer erst 2029 danach sucht, zahlt drauf – oder bekommt keins.
Was das für den Einkauf bedeutet:
Rezyklatstrategien heute verhandeln, Abnahmeverträge mit zertifizierten Quellen sichern, Closed-Loop-Systeme prüfen. Ohne rechtssicheren Rezyklateinsatz kein Marktzugang ab 2030.
Wie GRUBER das löst:
GRUBER entwickelt neue Materialien grundsätzlich mit Rezyklateinsatz. Im Sortiment befinden sich Verpackungen mit Rezyklatanteilen zwischen 11 % und 43 %. Für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt bietet GRUBER ein Material mit lebensmittelkonformem rPET aus dem Flaschenkreislauf nach EU-Verordnung 1616/2022 an.
4. VERPACKUNG WIRD DIGITAL RÜCKVERFOLGBAR
Mit HolyGrail 2.0 werden unsichtbare Codes auf Verpackungen aufgebracht, die Sortieranlagen auslesen können. Der Digitale Produktpass (DPP) bringt zusätzlich Transparenz über Material, Rezyklatgehalt und CO₂-Fußabdruck. Spätestens ab 2027 wird das zur Pflicht – beginnend mit produktbezogenen Kategorien wie Batterien, später auch Verpackung.
Was das für den Einkauf bedeutet:
Ausschreibungen um digitale Anforderungen ergänzen: Ist die Verpackung DPP-ready? Wird HolyGrail unterstützt? Wie wird der Rezyklatanteil digital nachgewiesen?
Wie GRUBER das löst:
GRUBER beobachtet die Entwicklung rund um DPP und HolyGrail 2.0 aktiv. Erste interne Projekte laufen bereits. Aufgrund fehlender finaler Vorgaben hält sich GRUBER momentan mit der Implementierung zurück – um früh, aber zielgerichtet zu investieren.

5. SMART PACKAGING RECHNET SICH – ERSTMALS AUCH IM MASSENMARKT
RFID, NFC, QR-Codes und Sensorik wandern in den Mainstream – etwa zur Temperaturüberwachung, zur Fälschungssicherheit oder zur digitalen Kundenkommunikation. Gerade im Bereich Premium-Food, OTC oder Tiernahrung wird Smart Packaging Standard.
Was das für den Einkauf bedeutet:
Kosten sinken, Nutzen steigt. Wer heute pilotiert, ist 2026 bereit für serienfähige Anwendungen – und hebt sich im Markt ab.
6. FLEXIBLE VERSANDLÖSUNGEN VERDRÄNGEN KARTON
Die PPWR setzt Verpackungen mit hohem Leerraumanteil unter Druck – max. 50 % sind erlaubt. Das spielt Versandbeuteln, Flowpacks und flexiblen Umverpackungen in die Karten. Sie passen sich an das Produkt an – statt Luft zu verpacken.
Was das für den Einkauf bedeutet:
Transportverpackungen neu bewerten: Welche Produkte lassen sich künftig im „Ship-in-Own-Container“-Ansatz versenden? Welche Versandform spart EPR-Gebühren und Materialkosten?
Wie GRUBER das löst:
GRUBER fertigt ausschließlich individuell – keine Standardgrößen. Verpackungen werden exakt auf die Produktabmessungen abgestimmt, was Leerraum minimiert und Kosten spart.
7. DESIGN FOR RECYCLING WIRD STANDARD – NICHT EMPFEHLUNG
Was früher ein freiwilliges Nachhaltigkeitsmerkmal war, wird jetzt zur Rechtsgrundlage. Ohne recyclinggerechte Gestaltung gibt es keine Verkehrsfähigkeit – unabhängig von Volumen oder Preis.
Was das für den Einkauf bedeutet:
Jede Verpackung muss künftig DfR-geeignet sein – also materialrein, sortierbar, eindeutig zuzuordnen. Das gehört ab sofort in jede Lastenheft-Vorlage.
Wie GRUBER das löst:
GRUBER berät Kunden gezielt zur recyclinggerechten Gestaltung. Das betrifft Materialauswahl, Formatierung und technische Umsetzbarkeit – immer mit Blick auf die künftige Verkehrsfähigkeit.

FAZIT: JETZT IST DER RICHTIGE ZEITPUNKT FÜR ZUKUNFTSFÄHIGE ENTSCHEIDUNGEN
Die Trends kommen nicht – sie sind längst da. Bis 2026 müssen viele Unternehmen ihre Verpackungsstrategie neu ausrichten. Einkäufer:innen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie entscheiden, welche Lösungen konform, versorgbar und wirtschaftlich tragfähig sind.
Wer jetzt handelt, sichert sich:
- Materialverfügbarkeit trotz Rezyklatpflicht
- Preissicherheit durch langfristige Abnahmen
- Konformität mit dem EU-Recht
- Zugang zu Märkten ab 2030
GRUBER begleitet dich dabei, Verpackung zukunftsfähig zu gestalten – regulatorisch, technologisch und lieferkettenfest.
Sprich mit uns, wenn du wissen willst: Welche deiner heutigen Verpackungen sind morgen noch verkehrsfähig?















